Wollmeise – Wissenswertes

Was ist Wolle?

Intuitiv verbindet man den Gedanken an Wolle mit einem Wollknäuel aus dem Pullover oder andere wärmende Kleidungsstücke gestrickt werden. Der nächste Gedanke führt uns zu einem Schaf und seinem mollig kuscheligem Fell. All diese Gedankengänge sind richtig, trotzdem kann Wolle viel mehr sein, nicht nur das Fell eines Schafes.

So ein Wollknäuel heißt eigentlich richtig Garn oder Zwirn und kann aus pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Fasern herstellt werden. Die bekanntesten pflanzlichen Fasern sind Baumwolle und Leinen. Bei den tierischen Fasern kann man von vielen verschiedenen Tieren das Material für das Garn gewinnen, von Ziegen, Lamas, Alpakas, Yak’s, Hunden, Katzen, Seidenraupen…… . Schafe sind mit eine der beliebtesten Faserspender und es gibt heute über 200 verschiedene Schafrassen die die unterschiedlichsten Wollen liefern, ob wellige Löckchen oder robuste dicke Haare.

Nun wissen wir aus was unser Garn besteht, nur was ist der Unterschied zwischen Garn und Zwirn?

Das Garn entsteht durch das Zusammendrehen einzelner Fasern, dieser Prozess ist das Spinnen. Man glaubte es kaum, im Querschnitt eines Garnes sind 40 bis 50 Fasern vorhanden.

Mit dem entstandenen Garn könnte man bereits weben oder stricken. Findige Spinner oder Stricker entwickelten das Grundgarn weiter und „verzwirnten“ einige fertige Garne miteinander. Das Ergebnis war wesentlich strapazierfähiger als das einzelne Garn. So konnte man auch die Garn- bzw. Zwirndicke beeinflussen und mit Farben arbeiten in dem man verschiedenfarbige Garne miteinander verdrehte. Beide Wollarten werden wegen ihrer unterschiedlichen Eigenschaften benutzt. Garn kann sehr flauschig und weich sein, Zwirn erscheint wesentlich glatter und Musterstrukturen werden besser sichtbar. Den Vorteil von strapazierfähigem Zwirn setzt der Stricker auch beim Socken stricken ein. Hauptsächlich bestehen Sockenzwirne heute aus einer Woll-Polyamidmischung wegen des niedrigen Verschleißes, es geht aber nichts über das unverfälschte Tragegefühl von Socken aus reiner Wolle.

Verarbeitung von Multicolorwolle

Diese Wolle ist handgefärbt, das heißt jeder Strang ist ein Unikat. Wolle gleichen Namens enthält zwar immer die gleichen Grundfarben, aber mal etwas heller, mal etwas dunkler, mal dominiert die eine, mal die andere, deshalb ist es wichtig beim Stricken folgende Tipps zu beachten:

Bei größeren Strickstücken wird das Strickergebnis besonders schön wenn man mit zwei Knäueln abwechselnd strickt, ähnlich wie bei einem Streifenpullover. Die Farbverläufe der einzelnen Stränge fügen sich auf diese Art und Weise harmonisch zusammen und es entsteht keine Streifenbildung. Arbeitet man mit sehr kontrastreichem Garn empfiehlt es sich die Aufteilung der helleren und dunklen Stränge für das komplette Strickteil vorher festzulegen, damit alle Farben gleichmäßig verteilt werden.

Diese Multicolorfärbungen ergeben bei Socken Ringel über eine Reihe und keine Spiralen:

Flohmarkt, Aspentree, Auf dem roten Teppich, Daisy, Flower Power, Gewitterhimmel, Hoochie Mama, Indisch Rot, Iris Sibirica, Koralle im Meer, Maharani, Marias deepest purple, Martha, Peggy, Raku-Regenbogen,  Regenbogen, Saami, Sultan, Tiefer See, Wichtelwalzer, Wilder Mohn.

Pflege der Wolle

Reine Wolle ist ein natürliches Produkt und möchte wie das eigene Haar sorgsam gepflegt werden. Persönlich machte ich die besten Erfahrungen mit der Verwendung von flüssigen Wollwaschmitteln. Pulver lösen sich bei niedrigen Wassertemperaturen nur schwer auf und Pulverrückstände können sich im Gewebe absetzen. Waschmittel sollten auch sparsam dosiert eingesetzt werden, die natürliche schmutzabweisende Schutzschicht der Wolle benötigt keine intensive Reinigung. Oftmals reicht ein kräftiges Durchlüften der Wolle.

Wann filzt Wolle?

Jeder der selbst einmal bewusst und nicht aus Versehen filzen probierte, weiß dass dazu heißes Wasser, Seife und Mechanik notwendig sind. Was beim Filzen gewollt ist, sollte bei der Pflege der Wolle vermieden werden.

Heißes Wasser: Nicht das heiße Wasser filzt die Wolle, sondern Temperaturunterschiede des Wassers. 30 Grad in der Waschmaschine sind für nicht speziell ausgerüstete Wolle ein Fiasko, weil der Temperaturunterschied des Spülwassers die Wolle filzen lässt. Eine „Kaltwäsche“ löst dieses Problem und das Waschergebnis ist trotzdem sauber.

Mechanik: Starkes Kneten und Winden der Wolle verursacht das Verhaken der schuppigen Faseroberfläche von Wolle, auch der Hauptwaschgang in der Waschmaschine. Spezielle Wollwaschgänge wiegen die Wolle nur sanft und sollten bei Maschinenwäsche eingesetzt werden. Die Alternative dazu ist die Handwäsche.

Seife: Alkalische Stoffe allein lassen die Wolle nicht filzen, sie unterstützen aber den Filzprozess, darum auch der sparsame Einsatz von Wollwaschmitteln.